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Elterngeld

Elterngeld 2026: Alles, was du wissen musst

Basiselterngeld, ElterngeldPlus & Partnerschaftsbonus verstaendlich erklaert — mit konkreten Beispielen von Lisa & Tom.

10. April 202610 Min.
Familie mit Kind in ruhiger Alltagsszene

Was ist Elterngeld eigentlich?

Elterngeld ist eine staatliche Leistung für Eltern, die nach der Geburt ihres Kindes weniger oder gar nicht arbeiten. Es soll den Einkommensverlust abfedern, damit ihr euch ohne existenzielle Sorgen um euer Baby kümmern könnt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Elterngeld ersetzt einen Teil eures wegfallenden Nettoeinkommens
  • Es gibt drei Varianten: Basiselterngeld, ElterngeldPlus und den Partnerschaftsbonus
  • Ihr könnt die Varianten frei kombinieren
  • Auch wer vor der Geburt nicht gearbeitet hat, bekommt den Mindestbetrag

Beispiel: Lisa verdient 3.200 € netto, Tom 2.800 € netto. Beide wollen nach der Geburt ihres Sohnes Emil Zeit zu Hause verbringen. Mit dem Elterngeld können sie sich die Monate flexibel aufteilen — und dabei verschiedene Varianten clever kombinieren.

Wer bekommt Elterngeld?

Die Voraussetzungen sind unkompliziert. Du bekommst Elterngeld, wenn du:

  • dein Kind selbst betreust und erziehst
  • mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt lebst
  • in Deutschland wohnst
  • nicht oder nicht mehr als 32 Stunden pro Woche arbeitest

Das gilt für Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studierende und Arbeitssuchende gleichermaßen. Elterngeld gibt es für leibliche Kinder, Adoptivkinder (auch während laufender Adoption) und unter bestimmten Umständen auch für Stiefkinder.

Wichtig seit 2024: Die Einkommensgrenze für den Elterngeldanspruch liegt bei 175.000 € zu versteuerndem Jahreseinkommen — und zwar sowohl für Paare als auch für Alleinerziehende. Wer darüber liegt, hat keinen Anspruch. Diese Grenze gilt unverändert auch 2026.

Die drei Elterngeld-Varianten im Vergleich

Basiselterngeld

Das Basiselterngeld ist die „klassische" Variante. Es beträgt in der Regel 65 % eures Nettoeinkommens vor der Geburt und wird für maximal 12 Monate pro Elternteil gezahlt. Insgesamt stehen euch als Paar bis zu 14 Monate zur Verfügung — vorausgesetzt, beide nehmen mindestens 2 Monate.

  • Mindestbetrag: 300 € pro Monat (auch ohne vorheriges Einkommen)
  • Höchstbetrag: 1.800 € pro Monat
  • Maximal anrechenbares Nettoeinkommen: 2.770 €

Beispiel: Lisa hat vor der Geburt 3.200 € netto verdient. Da nur maximal 2.770 € angerechnet werden, bekommt sie 65 % von 2.770 € = 1.800 € Basiselterngeld pro Monat (Höchstbetrag). Tom mit 2.800 € Netto bekommt ebenfalls den Höchstbetrag von 1.800 €.

ElterngeldPlus

ElterngeldPlus ist die flexiblere Variante: Ihr bekommt pro Monat die Hälfte des Basiselterngeldes — dafür aber doppelt so lange. Ein Monat Basiselterngeld = zwei Monate ElterngeldPlus.

  • Mindestbetrag: 150 € pro Monat
  • Höchstbetrag: 900 € pro Monat

Der große Vorteil von ElterngeldPlus zeigt sich bei Teilzeitarbeit: Wenn ihr in Teilzeit arbeitet, wird das ElterngeldPlus weniger stark gekürzt als das Basiselterngeld. Unter Umständen erhaltet ihr unterm Strich sogar mehr Geld insgesamt.

Beispiel: Lisa entscheidet sich, ab Monat 7 in Teilzeit zu arbeiten (20 Stunden/Woche). Mit ElterngeldPlus bekommt sie 900 € pro Monat über einen längeren Zeitraum — und verdient gleichzeitig dazu. So hat die Familie über einen längeren Zeitraum ein stabiles Einkommen.

Partnerschaftsbonus

Der Partnerschaftsbonus belohnt Paare, die sich die Kinderbetreuung teilen: Wenn beide Eltern gleichzeitig zwischen 24 und 32 Stunden pro Woche in Teilzeit arbeiten, gibt es bis zu 4 zusätzliche ElterngeldPlus-Monate — für jeden.

Beispiel: Lisa und Tom arbeiten ab Emils 13. Lebensmonat beide 30 Stunden pro Woche. Dafür erhalten sie den Partnerschaftsbonus: 4 Monate lang je 150–900 € ElterngeldPlus zusätzlich. Das sind bis zu 7.200 € extra für die Familie.

Der Partnerschaftsbonus steht auch Alleinerziehenden zu.

Wie lange gibt es Elterngeld?

Das Elterngeld wird in Lebensmonaten ausgezahlt — nicht in Kalendermonaten. Ein Lebensmonat beginnt immer am Geburtstag des Kindes.

Beispiel: Emil wird am 15. Juni 2026 geboren. Sein 1. Lebensmonat läuft vom 15. Juni bis 14. Juli, der 2. Lebensmonat vom 15. Juli bis 14. August, und so weiter.

Übersicht der maximalen Bezugsdauer:

  • Basiselterngeld: 12 — 14 (inkl. 2 Partnermonate)
  • ElterngeldPlus: 24 — 28
  • Partnerschaftsbonus: +4 Bonusmonate — +8 Bonusmonate

Ihr könnt Basiselterngeld und ElterngeldPlus beliebig kombinieren. Die Monate lassen sich abwechselnd oder gleichzeitig nehmen — ganz so, wie es für eure Familie passt.

Die wichtigste Regel: Basiselterngeld nur bis Lebensmonat 14

Basiselterngeld könnt ihr nur in den ersten 14 Lebensmonaten eures Kindes beziehen. Danach ist nur noch ElterngeldPlus oder der Partnerschaftsbonus möglich.

Achtung: Ab dem 15. Lebensmonat muss der Elterngeldbezug lückenlos sein. Wenn ihr einen Monat aussetzt, endet der Anspruch automatisch — auch wenn noch Monate übrig wären.

Einschränkung beim gleichzeitigen Bezug (seit April 2024)

Für Geburten ab dem 1. April 2024 gilt: Beide Eltern dürfen Basiselterngeld nur noch für maximal einen Monat gleichzeitig beziehen, und das auch nur innerhalb der ersten 12 Lebensmonate.

Ausnahmen gibt es für:

  • Eltern von Frühgeborenen (mind. 6 Wochen vor Termin)
  • Eltern von Mehrlingen
  • Eltern von Kindern mit Behinderung

Zusätzliche Monate bei Frühgeburten

Wenn euer Kind deutlich zu früh kommt, stehen euch zusätzliche Basiselterngeld-Monate zu:

  • Mind. 6 Wochen zu früh: +1 Monat
  • Mind. 8 Wochen zu früh: +2 Monate
  • Mind. 12 Wochen zu früh: +3 Monate
  • Mind. 16 Wochen zu früh: +4 Monate

Diese zusätzlichen Monate könnt ihr auch als ElterngeldPlus nehmen — dann verdoppelt sich die Anzahl.

Wie viel Elterngeld bekomme ich genau?

Die Grundformel

In der Regel bekommt ihr 65 % des Nettoeinkommens, das nach der Geburt wegfällt. Genauer gesagt:

  • Kein Einkommen nach der Geburt: 65 % eures Nettos vor der Geburt
  • Teilzeit-Einkommen nach der Geburt: 65 % der Differenz zwischen Netto vorher und nachher

Mehr Elterngeld für Geringverdiener

Wer vor der Geburt weniger verdient hat, bekommt einen höheren Prozentsatz:

  • Über 1.240 €: 65 %
  • 1.200 – 1.240 €: 65 % – 67 % (gleitend)
  • 1.000 – 1.200 €: 67 %
  • Unter 1.000 €: 67 % – 100 % (je 2 € weniger = +0,1 %)

Zuschläge für Geschwister und Mehrlinge

  • Geschwisterbonus: 10 % Zuschlag (mindestens 75 € bei Basiselterngeld, 37,50 € bei ElterngeldPlus), wenn ein weiteres Kind unter 3 Jahren oder zwei weitere unter 6 Jahren im Haushalt leben
  • Mehrlingszuschlag: 300 € (bzw. 150 € bei ElterngeldPlus) zusätzlich für jedes weitere Kind bei Mehrlingen

Mutterschutz wird angerechnet

Wenn du als Mutter Mutterschaftsgeld und den Arbeitgeberzuschuss beziehst, werden diese Monate automatisch als Basiselterngeld-Monate gezählt. In dieser Zeit ist kein ElterngeldPlus oder Partnerschaftsbonus möglich.

Beispiel: Lisa bekommt nach Emils Geburt 8 Wochen Mutterschutz mit Mutterschaftsgeld. Diese 2 Monate zählen als Basiselterngeld. Von ihren 12 Basiselterngeld-Monaten bleiben also noch 10 frei verfügbar.

So plant ihr euer Elterngeld optimal

Das Elterngeld bietet viele Möglichkeiten — genau das macht die Planung aber auch komplex. Was für Lisa und Tom optimal ist, hängt von ihren Einkommen, ihren Teilzeitwünschen und ihrem Familienbild ab.

Unser Tipp: Nutzt den Elternzeit-Planer auf elternzeit.app, um verschiedene Szenarien durchzuspielen. So seht ihr auf einen Blick, welche Kombination aus Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus für eure Familie das meiste rausholt.